Vorbereitungen: Ein Welpe zieht ein

1. Formalitäten, Behörden, Sicherheit

Sachkundenachweis 20/40

Nachweis der Sachkunde von Hundehalterinnen / Hundehaltern gem. § 11 Abs. 3 des Landeshundegesetz (LHundG) NRW

Die Haltung eines Hundes, der ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg erreicht (großer Hund), ist der zuständigen Behörde von der Halterin oder vom Halter anzuzeigen. Große Hunde dürfen nur gehalten werden, wenn die Halterin oder der Halter die erforderliche Sachkunde und die Zuverlässigkeit besitzt, den Hund fälschungssicher mit einem Mikrochip gekennzeichnet und für den Hund eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat und dies gegenüber der zuständigen Behörde nachweist. Der Nachweis der Sachkunde kann auch durch die Sachkundebescheinigung einer oder eines anerkannten Sachverständigen, einer anerkannten sachverständigen Stelle oder von durch die Tierärztekammern benannten Tierärztinnen und Tierärzten erteilt werden. Link für NRW hier!

Tierärztekammer Nordrhein

Tierhalter-Haftpflicht

Alle unsere Nachzuchten sind bis zum 12. Monat über unsere Tierhalter-Haftpflicht bei Schecker mitversichert. Pflicht oder nicht, schaden kann sie jedenfalls nicht – im Falle eines Falles ist man auf der sicheren Seite. Bei verivox oder ähnlichen Portalen kann man die Preise vergleichen. Meist lohnt sich auch ein Anruf bei der Versicherung seines Vertrauens – dort gibt es meist Rabatte, wenn man schon andere Versicherungen dort laufen hat.

finanzen.de

Hundesteuer

Da die Hundesteuer von den Kommunen erhoben und auch festgelegt wird, hängt die Höhe der Hundesteuer vom Wohnort ab. Ein Blick auf die Internetseite der Stadt gibt direkt Aufschluss über die Höhe der Hundesteuer. Diese wird auch meist quartalsweise abgerechnet.

Man kann über Sinn oder Unsinn dieser Steuer lange diskutieren, drumherum kommt man nicht. In machen Städten sind Mitarbeiter vom Ordnungsamt zur Befragung abgestellt, die ihre Runden durch die Stadt drehen und auch vor Befragung der Nachbarn nicht Halt machen.

Internetseite der Stadt

Krankenversicherung / OP-Versicherung

Bei Recherchen zu Tierkrankenversicherungen sowie OP-Verischerungen bin ich jetzt des Öfteren über die Barmenia gestolpert. Es hört sich interessant an, aber meine Erfahrung zeigt, dass man das Geld genauso gut sicher zur Seite legen kann, als es ungefiltert in ein Unternehmen zu schießen, welches mehr für Werbung als Schäden ausgibt. Wer weiß, ob die Versicherung im Fall der Fälle zahlt?

Einige Instagram-Hundebesitzer (ich nenne sie mal DogFluencer) werden von Unternehmen bezahlt, Werbung für eben dieses zu machen. Das ist keine Seltenheit mehr und sagt im Endeffekt nichts weiter über das Unternehmen aus, als dass die Social-Media-Abteilung immer dem neuesten Trend folgt.

Google

Tasso / Know me

Unumgänglich ist die Registrierung des Hundes beim Tasso Tierregister. Tasso ist kostenlos und immer erreichbar. Ich gebe jedem die Registrierungsformulare mit, aber man kann seinen Hund auch online dort registrieren.

Inzwischen gibt es auch den Tier-Perso. Allerdings ist auf der Internetseite nicht direkt ersichtlich, was der Spass kostet – zudem ist der Tier-Perso einfach zu groß für das Halsband. Mehr Infos zum TierPerso hier!

Ich habe das neueste Produkt in Sachen Tier-Sicherheit ausprobiert und bin begeistert: KnowMe ist ein 3cm großer, leichter Kunststoff-Chip und wird am Halsband befestigt. Dieser Chip ist mit einem QR-Code bedruckt. Entweder kann man den QR-Code mit der Handykamera ODER den integrierten Chip mittels NFC auslesen (selbe Technik wie bei kontaktloser Zahlung). In beiden Fällen, öffnet sich eine interaktive Visitenkarte mit deinen Kontaktinformationen (du selbst kannst angeben welche du bereitstellen möchtest), über die du dann direkt vom Finder kontaktiert wirst.

2. Shoppen!

Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude! Es sollte für den Neuankömmling schließlich alles bereit stehen, was er braucht, wenn er endlich zu euch nach Hause kommt:

  • Leine und Halsband/Geschirr
  • Hundefutter
  • Fress- und Trinknapf
  • Kotbeutel
  • Transportbox / Kofferraumgitter / Schondecke fürs Auto
  • Hundebett / Decke / Zimmerkennel
  • Spielzeug
  • Kauartikel (gaaanz wichtig: die Sachen von Kong sind unzerstörbar!)
  • Krallenschere, Flohkamm, Zeckenzange/-karte

Frei Haus gibt es von mir einen 5kg-Sack des gewohnten Futters, hochwertige natürliche Kauartikel, Kotbeutel, Leine und Halsband, eine Decke, Spielzeuge, ein Erste-Hilfe-Set sowie Pflegeartikel und eine Welpenmappe mit Tipps und Infos für den gelungenen Start mit.

3. zuhause alles welpensicher machen!

  • Bewahre alles, was giftig sein könnte, außerhalb der Reichweite deines Hundes auf. Dazu gehören Reinigungsmittel, Medikamente, Kosmetika und Toilettenartikel sowie für Hunde ungenießbare Lebensmittel. Viele Zimmerpflanzen können giftig sein!
  • Babygitter für Treppen
  • welche Fenster und Türen stellen eine potentielle Gefahr dar? Balkon?
  • Lass keine Kleidung mehr in Welpenhöhe liegen (gilt besonders für Schuhe, Socken und Unterwäsche) – dies gilt vor allem für deine Lieblingsstücke!
  • Verstecke jegliche elektrischen Kabel! Wenn du denkst, der Hund kommt nicht dran: er wird!
  • Mülleimer und -tüten immer schließen, abdecken, höher lagern, sichern – wichtig: Biomüll! (gefährlich: Hähnchenknochen!)
  • Toilettendeckel immer schließen. Der Welpe könnte versuchen, daraus zu trinken und sich mit Toilettenreiniger vergiften.
  • Verschluckbare Kleinteile wie Nadeln, Büroklammern, Schrauben, Wäscheklammern oder Kinderspielzeug
  • Passt der Welpen unter dem Gartenzaun durch? Tor geschlossen? Gartengeräte und Dünger für den Hund erreichbar? Ist der Pool in den Boden eingelassen und stellt der Teich eine Gefahr dar? Hast du giftige Pflanzen im Garten? Nutze keine giftigen Substanzen im Garten!

4. alle ziehen an einem Strang: Regeln und Konsequenz!

Sind zuhause schon alle Aufgaben verteilt? Regeln für die Erziehung aufgestellt? Daran haben sich anschließend alle zu halten. Denn der Welpe wird seine neues Umfeld neugierig erkunden und da sollte von vorne herein klar sein, was er darf und was nicht. Auch einem niedlichen Hundebaby müssen Grenzen gezeigt werden. Schwächen weiß dieser ansonsten schnell auszunutzen und ein einmal gewonnenes Recht wird er immer wieder einfordern!

Lass Deinem Welpen von Anfang an nichts durchgehen. Bleibe konsequent und setze klare Regeln. Ansonsten lotet der Welpe schnell Deine Schwachstellen aus und weiß diese auszunutzen. Wer den Hund außerdem ab und an alleine zu Hause lassen muss, sollte das Alleinbleiben früh genug trainieren. Und vergiss die Sozialisierung nicht: Der Aussie sollte andere Hunde, Tiere, alte und junge Menschen, Babys, verschiedene Gegenden und Untergründe etc. kennenlernen.

Hier noch ein paar nützliche Tipps, welche die Eingewöhnung für den Hund etwas vereinfachen können:

  • Nimm Dir wenn möglich Urlaub, um so viel Zeit wie möglich mit dem Welpen zu verbringen
  • Es sollen sich nicht gleich alle Familienmitglieder auf den Vierbeiner stürzen und ihn streicheln oder hoch heben
  • Lade vorerst niemanden ein, den Welpen zu begutachten
  • Gib dem Aussie Zeit, sein neues Territorium zu erkunden
  • Zeige ihm den Wassernapf und seine Decke
  • Zwinge den Welpen zu nichts! Warte, bis er zu Dir kommt!
  • Verdeutliche dem Aussie schon jetzt die Hausregeln, also was erlaubt ist und was nicht.
  • Starte so früh wie möglich mit Erziehung und Training