Züchter-Suche

…oder: „Woran erkenne ich einen guten Züchter?“

Punkt IHöre unbedingt auf dein Bauchgefühl!

Der erste Eindruck zählt! Egal ob am Telefon, per Mail oder wie auch immer: hast du das Gefühl, dass die Person nicht ehrlich antwortet, etwas schönredet oder sich schon beim erste Gespräch ‚verplappert‘? Dann lass es! Such weiter!

  • Wirkt der Züchter kompetent, seriös?
  • Darfst du Fragen stellen und werden diese geduldig beantwortet und wirst du ehrlich beraten?
  • Hast du das Gefühl, dass dir Ware aufgeschwatzt wird?
  • Werden dir Fragen gestellt um sicherzustellen dass der Welpe ein liebes Zuhause bekommt?
  • Bemüht sich der Züchter, dass der Hund in die Familie passt oder ist es dem Züchter egal, wo sein Welpe landet?
  • Wird dir ein Welpe ohne vorheriges, persönliches Kennenlernen reserviert, versprochen, verkauft?

Punkt IIDer Besuch beim Züchter

  • Ist die Zuchtstätte sauber? Riecht es muffig oder streng?
  • Wird dort mit mehr als 2 Rassen gezüchtet?
  • Leben die Hunde im Familienanschluss im Haus oder in Zwingern, Scheunen, Gartenhütten?
  • Darfst du dir Wurfkiste, Welpenspielzimmer und Schlafplatz der Welpen ansehen?
  • Welchen Eindruck machen die Welpen auf Dich? Lebhaft, neugierig, kränklich, ängstlich?
  • Welchen Eindruck macht das Muttertier auf Dich? Ungepflegt, vernachlässigt, hektisch, scheu?
  • Wie reagieren die anwesenden Hunde auf den Züchter (ängstlich, freudig, vertrauensvoll)?
  • Werden dir die Elterntiere des Wurfes vorgestellt oder werden beim Besuch Hunde weggesperrt?
  • Wird erwartet dass du zu weiteren Besuchen wiederkommst oder reicht dem Züchter der erste und einzige Besuch?

Punkt IIIwie ‚arbeitet‘ der Züchter

  • Wird mit wesensfesten Hunden gezüchtet, die dem Rassestandard entsprechen?
  • Wie oft und in welchen Abständen werden die Hündinnen zur Zucht eingesetzt?
  • Wurden die Elterntiere auf rassetypische Krankheiten gestestet und kann der Züchter dies belegen?
  • Wie trägt der Züchter zur Sozialisation und Prägung der Welpen bei?
  • Der Welpe wird auf keinen Fall vor der 8. Lebenswoche abgegeben
  • Die Welpen werden ausschließlich mit Kaufvertrag, Papieren, Nachweis über die Augenuntersuchung und Eltern, EU-Heimtierausweis sowie geimpft & gechippt abgegeben.

Ein verantwortungsvoller Züchter wird Dich auf jegliche Besonderheiten hinweisen und weiß um die Ansprüche, welche Aussies stellen. Er hat keine Scheu, Probleme anzusprechen und sagt im Zweifelsfall auch Nein zu potenziellen Käufern, wenn er das Wohl seiner Welpen nicht gewährleistet sieht. Ebenfalls behalten seriöse Züchter sich oft ein Rückkaufsrecht vor!!


Ich möchte noch etwas zu den aktuellen Machenschaften sämtlicher Vermehrer loswerden, die meinen, dass sie die Corona-Krise ausnutzen und ihre Hunde für ein Vielfaches des gerechtfertigten Preises anpreisen.

Nach einem Blick in die Ebay-Kleinanzeigen beispielsweise, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Hundewelpen ohne Abstammungsnachweis sowie unterschiedlicher Rassen, die munter miteinander verpaart werden und als HYBRID-RASSE angekündigt werden, sind zu Preisen ab 2.000€ aufwärts inseriert. Wir als seriöse Züchter springen nicht auf den Zug auf, der das schnelle Geld verspricht. Ein seriöser Züchter erhöht den Preis der Welpen nicht aufgrund Fell- oder Augenfarbe, geschweige denn nutzt er das momentane Interesse an der Rasse aus. Genau das Gegenteil passiert hier: die zukünftigen Interessenten werden noch genauer unter die Lupe genommen.

Ich kann bis zu einem gewissen Punt nachvollziehen, dass man bei dem aktuellen Andrang „froh“ ist, Aussicht auf einen Welpen zu haben.

Ich kann bis zu einem gewissen Punt nachvollziehen, dass man bereit ist, einen gewissen Preis zu zahlen.

Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass man sein Geld in ein evtl krankes Lebewesen investiert, das die Tierarztkosten die nächsten Jahre ins Unermessliche steigen lassen.

Ich kann euch als Interessenten nur inständig darum bitten, immer den Kopf einzuschalten und alles zu hinterfragen. Die Hundezucht ist durch Corona nicht kostenintensiver geworden, das versichere ich euch.

Was also veranlasst einen „Vermehrer“ dazu, einen Welpen ohne Abstammungspapiere für den doppelten Preis anzubieten, den ihr bei einem seriösen Züchter gezahlt hättet? Ein Aussie kostet im Schnitt mit ASCA-Papieren zwischen 1.300 und 1.600€ – abstammungs- und einsatzabhängig.

Wenn wir ehrlich sind, ist der Aussie kein einfacher Hund. Man muss einiges bei der Erziehung beachten, und von den Erbkrankheiten will ich gar nicht erst anfangen. Mir tun die Hunde leid, die durch zig Hände gehen, weil sie nicht zu handlen sind und später im Tierheim landen. Mit ein bisschen Vosaussicht kann man sehr viel Leid umgehen.